Reden, Artikel und Zitate

Quelle: Europäische Kommission Quelle: Europäische Kommission

Die wohl grundlegendste  Rede zu Europa hielt der de französischen Außenminister Robert Schuman am 9. Mai 1950. Die Schuman-Erklärung gilt als die Geburtsurkunde der Europäischen Union. Sie läßt Nostalgie aufkommen nach einer Zeit, in der der Wert der europäischen Integration einer Überzeugung entsprach und kein Lippenbekenntnis für Sonntagsreden war.

 

50 Jahre später, am 12. Mai 2000 hielt Joschka Fischer an der Humboldt-Universität die bemerkenswerte Rede "Vom Staatenverbund zur Föderation – Gedanken über die Finalität der europäischen Integration". Leider hat diese Rede der Privatmann und nicht der Außenminister Joschka Fischer gehalten, dennoch handelt es sich um eine exzellente Mischung aus Realpolitik und Vision mit einem leichten Überhang des Visionären. Pflichtlektüre für EuropäerInnen!

 

Iris Radisch beklagte im Vorfeld der EU-Erweiterung osteuropäische Romantik und westeuropäische Müdigkeit in der Literatur im ZEIT-Artikel "Fünfzig Jahre Sehnsucht" am 6.2.2003.

 

Weniger staatstragend, unter Obama nicht ganz so dramatisch wie während der Bush-Ära, aber durchaus nicht vernachlässigbar in seiner Aussage,  beschrieb Timothy Garton Ash im ZEIT-Artikel "Europa - Amerika: Warme Brüder und EU-nuchen" am 31.1.2003 das Verhältnis zwischen Europa und Amerika.

 

Jean Monnet, der "Cognac-Händler", der nie ein gewähltes Mandat innehatte,  gilt als der geistige Vater der Schuman-Erklärung. Von ihm gibt es viele bemerkenswerte Zitate über Europa, aber keines ist so wichtig und brandaktuell wie das Folgende:

 

"Ce qu'il faut chercher, c'est une fusion des intérêts des peuples européens et non pas seulement le maintien de l'équilibre de ces intérêts."

 

"Wir müssen eine Verschmelzung der Interessen der europäischen Völker anstreben und nicht nur die Erhaltung des Gleichgewichts dieser Interessen."

 

Die Realität sieht anders aus. Mercedes Echerer, ehemalige österreichsiche Abgeordnete im Europäischen Parlament:

 

"In Österreich hat es schon fast traurige Tradition, die EU für beinahe jedes Problem verantwortlich zu machen, besonders im Wahlkampf. Einige Kampagnen offenbaren ein verzweifeltes Verlangen, sich zugunsten nationaler Belange für etwas einzusetzen - auf Kosten der EU."

 

Weitere 27 Ansichten zu Europa, die angesichts der Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 im Spiegel veröffentlicht wurden, stimmen auch nicht gerade optimistisch, was den Bedarf nach Aktivitäten, wie Wir Sind Europa sie durchführt, nur unterstreicht.